“Als es an der Zeit war über Liebe zu schreiben, brach die Feder entzwei, und das Papier riss”

Dschalal ad-Din al-Rumi hat das geschrieben, ein persischer Sufi-Dichter des Mittelalters. Weltweit und nicht nur in Sufikreisen wird er für seine Poesie vereehrt. Von der Unsagbarkeit der Liebe Gottes schreibt er, umgarnt sie mit seinen Versen.

Nicht in Sprache zu fassen sei sie. Genauso wenig wie der Sufismus selbst: So ganz ist mir noch nicht klar, was er eigentlich ist, bedeutet, vermittelt. Die mystische Dimension des Islam… ok. Aber was heisst das denn, “mystisch”?
Mit einem Stapel voller Bücher verlasse ich die Stadtbibliothek Reutlingen. Annemarie Schimmel soll mir helfen. Expertin für Indo-muslimische Kultur. Bevor sie 2003 starb unterrichtete sie in Harvard. Mit der Frage “Was ist Sufismus?” schlage ich eins ihrer vielen schlauen Bücher auf. Schimmel muss es wissen. Oder? -
Nee, tut se nich:
“Wenn man Sufismus beschreiben will, steht man bald vor einem Garten mit duftenden Rosen und klagenden Nachtigallen, die zu Symbolen für die göttliche Schönheit und die Sehnsucht der Seele werden, bald vor einer Wüste theoretischer, dem Uneingeweihten kaum verständlicher Abhandlungen in überaus kompliziertem Arabisch; dann wieder leuchten die eisigen Gipfel der höchsten theosophischen Weisheit in der Ferne auf, nur wenigen erreichbar.”
Wat? Erstma´ zu YouTube.