Tanz mit den Terminen

Mein Leben besteht nur noch daraus, Mails zu schreiben. So fühlt es sich an. Anfragen raus schicken, jeden Tag, …hallo, ich bin von der Reportageschule… ich schreibe über… es sollen auch Videos entstehen… könnten Sie sich vorstellen, mitzumachen?

Immerhin tut sich etwas. Jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse.

Die einen Stipendiaten sind noch nicht da. Andere sind es theoretisch schon, aber just zu dieser Zeit nicht in der Stadt. Eine Galeristin sagt ab, weil sie gerade für ein Projekt in Berlin weilt. Diese Künstler sind ein ziemliches Nomadenvolk.

Aber dann: Hagelt es plötzlich Zusagen. Ein Künstler hier, eine Kuratorin dort, eine Koordinatorin, die sogar mit echten Stipendiaten aufwarten kann. Jetzt beginnt der Tanz mit den Terminen. Die Planung ist gar nicht so einfach. Ein Treffen pro Tag, mehr geht nicht. Denn wenn man es mit einer Riesenstadt wie Istanbul zu tun hat, nimmt allein die Anfahrt Stunden in Anspruch.

Vom Schreibtisch aus fällt es noch schwer, in den Termin-Takt zu kommen. Die deutsche Steifheit lähmt ein bisschen. Wann muss ich wo sein und wie komme ich dahin?!…. Zum Glück weht schon eine Brise Bosporus aus den Mails: „Rufen Sie mich einfach an, wenn Sie vor Ort sind.“ Schön.